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Gesundheitsreform 2010: Für Kassenpatienten wird es teurer

AWD Gesundheitsreform

Kranke Kassen
Der Kabinettsbeschluss macht die gesetzliche Krankenversicherung noch teurer. Nicht nur die regulären Kassenbeiträge steigen, auch die Zusatzbeiträge können klettern. AWD sagt, was Kassenpatienten jetzt wissen sollten.

 

Wie teuer wird der Kassenbeitrag konkret?

Arbeitnehmer werden ab Januar 2011 mit 8,2 statt 7,9 Prozent vom Bruttoeinkommen zur Kasse gebeten. Bei 2500 Euro Brutto im Monat sind das 205 statt 197,50 Euro (plus 7,50 Euro), bei 3500 Euro brutto schon 287 statt 276,50 Euro (plus 10,50 Euro).
 

Können die Kassen weiter Zusatzbeiträge erheben?

Die gesetzlichen Kassen können künftig in beliebiger Höhe Zusatzbeiträge erheben. Bisher lag die Obergrenze bei 37,50 Euro im Monat. Experten befürchten erhebliche Zusatzbeiträge - zuzüglich der erhöhten Kassenbeiträge.
 

 

Gibt es Unterstützung für Geringverdiener?

Es soll künftig einen Sozialausgleich geben. Dieser wird gezahlt, wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2 % des Bruttolohns übersteigt.

Ein Beispiel: Ein Beschäftigter mit 1500 Euro brutto im Monat muss nach der 2-Prozent-Regel maximal 30 Euro Zusatzbeitrag zahlen. Liegt der offiziell ermittelte „durchschnittliche Zusatzbeitrag“ aber bei 40 Euro, gibt es 10 Euro Sozialausgleich. Den Ausgleich gibt es in diesem Fall auch, wenn die Krankenkasse gar keinen Zusatzbeitrag verlangt.
 

Was passiert, wenn der Zusatzbeitrag über dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag liegt?

Verlangt eine Krankenkasse beispielsweise 50 Euro monatlich Zusatzbeitrag, dann zahlt der Arbeitnehmer (1500 Euro brutto) zunächst diese 50 Euro, erhält aber nur 10 Euro Sozialausgleich. D.h. er muss 40 Euro aus eigener Tasche zahlen, auch wenn damit die 2-Prozent-Grenze überschritten wird. Einziger Ausweg: Sonderkündigungsrecht nutzen und zu einer günstigeren Kasse wechseln.
 

 

Wird der Zusatzbeitrag automatisch vom Lohn abgezogen?

Die Versicherten müssen sich selbst darum kümmern und den Betrag an ihre Kasse überweisen bzw. eine Einzugsermächtigung erteilen.
 

Was ist mit den Ausgaben für Praxisgebühr, Zuzahlungen zu Arzneimitteln etc.?

Diese müssen weiter aus eigener Tasche bezahlt werden. Allerdings gilt auch hier eine Belastungsgrenze von max. 2 Prozent vom Brutto (chronisch Kranke: 1 Prozent). Zusammen mit dem Zusatzbeitrag kommt es so zu einer Verdoppelung der Lasten, die Versicherte selbst tragen müssen, kommen.
 

Wie können Sie Leistungen der gesetzlichen Kassen verbessern?

Kassenleistungen unterm Messer
Seit Jahren müssen gesetzlich Krankenversicherte mit sinkenden Leistungen und steigenden Beiträgen rechnen. Jetzt kommen noch höhere Beiträge und Zusatzbeiträge hinzu.
 

 

Wann können Sie in die private Krankenversicherung wechseln?

Private Krankenversicherungen bieten Ihnen Garantierte Leistungen, mehr Unabhängigkeit und eine solide Finanzierung. Während Mitglieder der gesetzlichen Kassen vor Leistungskürzungen nicht gefeit sind, können sich privat Versicherter je nach Wünschen und Möglichkeiten Ihren Leistungskatalog zusammen stellen. Diese Leistungen werden über die gesamte Vertragsdauer garantiert.
 

 

Harte Zeiten für Kassenpatienten
Den gesetzlichen Kassen fehlen 2010 über 3 Milliarden Euro. Die Folge: Man bezahlt immer mehr - und bekommt immer weniger. Für jeden kann gerade bei einer ernsthaften Erkrankung viel davon abhängen, wie schnell Sie einen Termin für eine Untersuchung oder Operation im Krankenhaus bekommten.

Fragen Sie Ihren AWD-Berater nach dem AWD-Rezept gegen Zusatzbeiträge und Leistungskürzungen.